Infos über Mittelmeerkrankheiten

 

WAS SIND "MITTELMEERKRANKHEITEN"?

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Als Mittelmeerkrankheit werden in der Umgangssprache typische, vor allem im Mittelmeerraum beheimatete Erkrankungen bezeichnet.

Beim Haushund gelten als typische „Mittelmeerkrankheiten“:

Der Begriff „Mittelmeerkrankheit“ ist aus zwei Gründen nicht sinnvoll. Zum einen kommen diese Erkrankungen auch in anderen subtropischen und tropischen Gebieten vor, weshalb in der Tiermedizin häufiger der Begriff „Reisekrankheiten“ verwendet wird. Zum anderen sind einige dieser Erkrankungen mittlerweile auch in Mitteleuropa heimisch. (Quelle: Wikipedia) 

Das wichtigste zur Vermeidung von Mittelmeerkrankheiten ist die Prävention! 

MITTELMEERTEST 
Eine Mittelmeerkrankheit ist zum Zeitpunkt des Grenzübertritts oft nur schwer oder noch gar nicht diagnostizierbar - insbesondere dann wenn sich der Hund erst kurz vor dem Grenzübertritt infiziert hat.Wenn Sie planen einen Hund aus dem Tierschutz aus einem Mittelmeerland zu übernehmen, ist es sinnvoll die Gesundheit des Hundes u.a. durch einen Mittelmeertest trotzdem vorab und vorallem nach (!) der Einreise zu kontrollieren. Wenn das Testergebnis zunächst negativ war und der Hund einreist, muss der Hund nach einigen Wochen noch einmal getestet werden. Einige gefährliche Infektionen haben eine längere Inkubationszeit, so dass die Krankheit zum Ausreisezeitpunkt möglicherweise noch nicht nachweisbar war. Manche Hunde stecken sich auch erst - im letzten Moment - vor der Abreise an. Wenn der Hund zum Beispiel aus dem Verbreitungsgebiet des Herzwurm (Dirofilariose) stammt, ist ein weitgehend sicherer Ausschluss der Erkrankung erst etwa 6 Monate nach Verlassen des Risikogebietes möglich.

 

ÜBERSICHT ÜBER DIE EINZELNEN MITTELMEERKRANKHEITEN

Anaplasmose

  • Übertragung durch Zecken

  • der Krankheitserreger ist das Bakterium Anaplasma phagocytophilum

  • das Immunsystem des Hundes kann die Erkrankung zunächst durchaus in Schach halten, bei Stress oder anderen Erkrankungen mit angeschlagenem Immunsysten kann es aber zum vollen Ausbruch der Krankheit kommen

  • Symptome der [[Anaplasmose]] sind hohes Fieber, Apathie, Fressunlust, ErbrechenDurchfall, Gelenkentzündungen, Lahmheit, Befall innerer Organe, Erblindung

 

Babesiose (Piroplasmose)

  • Befall durch einzellige Parasiten im Blut wie bei Malaria beim Menschen, deshalb auch die Bezeichnung als Hundemalaria

  • die Übertragung der Babesiose erfolgt ebenfalls durch Zecken

  • als Erreger gelten folgende Einzeller: Babesia canis canis, Babesia canis rossi, Babesia canis vogeli

  • durch die Erreger erfolgt ein Befall der roten Blutkörperchen

  • Symptome der [[Babesiose]] (Piroplasmose) sind sehr hohes Fieber bis 42 Grad, schnelle Auszehrung, Blutarmut, Gelbsucht, rote oder grünliche Urinauscheidungen

  • verläuft sehr häufig tödlich

 

Borreliose

  • die Borreliose ist eine ebenfalls von Zecken übertragene bakterielle Infektionskrankheit

  • die Krankheit ist weit verbreitetet und kommt auch bei uns vor

  • beim Hund entwickelt sich die Krankheit oft über Monate hinweg schleichend ohne erkennbare Krankheitsanzeichen

  • Symptome der Borreliose im späteren Verlauf sind Appetitlosigkeit, Bewegungsunlust, Mattigkeit, hohes Fieber bis zu 40.5 Grad, Lymphdrüsenschwellungen (siehe auchLymphknoten)

  • die Krankheit kommt gebietsweise auch bei uns in Mitteleuropa vor

  • sie kann mit Antibiotika meistens sehr gut behandelt werden

  • weitere Details in der ausführlichen Dokumentation zur Erkrankung, siehe hier unter -> Borreliose

 

Ehrlichiose (Zeckenfieber)

  • die Ehrlichiose, eine andere Bezeichnung ist Rickettsiose - ist eine von der 'Braunen Hundszecke' übertragene Infektionskrankheit

  • der Erreger ist das Bakterium Ehrlichia canis (andere Bezeichnung Rickettsien)

  • Symptome der [[Ehrlichiose]] (Zeckenfieber) sind Fieber, Atemnot, ErbrechenNasenbluten, Blutungen in Haut und Schleimhäute, eitriger, schleimiger Ausfluss aus den Augen, Hornhauttrübung bis zum Erblinden, Lymphdrüsenschwellungen (siehe auch Lymphknoten), Organschäden, Gewichtsverlust

 

Dirofilariose (Herzwurm)

  • die Herzwurmerkrankung Dirofilariose (Dirofilaria immitis) wird durch Stechmücken übertragen

  • der erwachsene Herzwurm erreicht eine Länge von bis zu 30 cm, übertragen wird die Larvenform

  • er befällt Blutgefäße im Herz und in der Lunge des Hundes

  • Symptome der Dirofilariose (Herzwurm) sind [[Atemnot]], chronischer Husten, Gewichtsabnahme

  • Störungen der Herzfunktion

  • Störungen der Lungenfunktion

  • Schädigung der Leber und Nieren

  • die Bekämpfung der Herzwurmerkrankung ist trotz existierender Wirkstoffe gegen die erwachsenen Parasiten außerordentlich schwierig, weil die bis zu 30 cm langen Würmer im Blutkreislauf leben und das Abtöten der Würmer zu einer akut lebensgefährdenden Embolie führen kann

  • weitere Details in der ausführlichen Dokumentation zur Erkrankung, siehe hier unter -> Herzwurm

 

Hepatozoonose

  • die Hepatozoonose wird durch den Einzeller Hepatozoon canis ausgelöst

  • die Aufnahme der Krankheitserreger erfolgt durch das Hinunterschlucken von infizierten Zecken

  • die Einzeller befallen anfangs die Muskulatur des Hundes und durchdringen später auch die Darmwand

  • Symptome der [[Hepatozoonose]] sind Muskelschmerzen, Entzündungen im Muskelbereich, Humpeln und HinkenFieber, blutiger Durchfall, Gewichtsabnahme

  • Prophylaxe durch Zeckenschutz (Präparate, Hund absuchen, etc.)

  • eine vollständige Bekämpfung und Beseitigung der Erreger aus dem Körper des Hundes ist nicht möglich

 

Leishmaniose

  • Infektionskrankheit, hervorgerufen durch einzellige Leishmanien (Leishmania infantum)

  • Überträger der Leishmanien sind Sandmücken (Phlebotominae) und Schmetterlingsmücken (Psychodidae)

  • die Leishmanien können Abwehrzellen des Immunsystems in den inneren Organe und als auch in der Haut befallen

  • Symptome der [[Leishmaniose]] sind angeschwollene Lymphknoten, kleinere, offene Hautstellen, Probleme mit den Krallen, Gewichtsverlust, Abgeschlagenheit, Apathie

  • aufgrund des Angriffs auf die Abwehrzellen des Immunsystems endet die Leishmaniose für den betroffenen Hund oft tödlich

 

Hinweis zu Mittelmeerkrankheiten im erweiterten Sinne

  • die eigentlichen Mittelmeerkrankheiten, wie oben dargestellt - können Hunde derart schwächen, dass sie auch für ganz andere Erkrankungen anfällig werden

  • deshalb sind mit dem Begriff Mittelmeerkrankheiten im erweiterten Sinne auch Krankheiten gemeint, die aufgrund des allgemeinen Schwächungsgrades der Tiere zusammen mit den eigentlichen Mittelmeererkrankungen auftreten (siehe auch [[Co-Infektionen]])

  • neben den oben dargestellten Mittelmeerkrankheiten im engeren Sinne treten auch auch der Befall mit [[Milben]], [[Flöhe]], [[Läuse]], [[Würmer]], [[Bandwürmer]], etc. auf

(Quelle: Erste Hilfe beim Hund)